Herzwalliserin
Oder: Ein Kanton, der leidet
Heute habe ich einen Ausflug auf die Lauchernalp gemacht – ein wunderschöner Ort nahe bei Blatten (erinnerst du dich an den Bergsturz letztes Jahr?).
Ich selbst wohne in der Nähe von Crans-Montana. Hier sind die Wunden noch sehr frisch: der Dunst der Trauer, der Schock und die Fassungslosigkeit sind verständlicherweise noch sehr präsent. Auch in der Nähe von Siders, wo ich lebe, hinterliess das Hochwasser seine Spuren – zum „Glück“ waren es „nur“ materielle Schäden. Und dann der Schnee im letzten Frühling, der unsere Wälder schmerzlich getroffen hat.
Es ist eine Zeit des Aufbruchs und des Umbruchs. Einen ganzen Kanton so leiden zu sehen, so viel Unglück und so viele Schicksalsschläge – und dann das, was von aussen kommt: Hohn, Vorwürfe und negative Energie. Doch gleichzeitig durften auch viel Liebe und Heilung zu uns finden.
Genau hier setze ich an.
Bei mir. Bei dir. Bei jedem einzelnen.
Es ist Zeit, vorwärtszugehen.
Zeit zum Innehalten.
Zeit zum Leben mit leichtem Gepäck.
Was, wenn du diese schweren Koffer voller Karma und Ahnenthemen gar nicht mehr brauchst?
Was, wenn der Koffer voller Glaubenssätze dich nur bremst und deinen Weg unnötig erschwert?
Die Welt wird durchgeschüttelt. Und ich glaube, bei jedem von uns ist es unruhig, stressig – es bewegt sich etwas. Wir können und dürfen diesen Umbruch nicht länger ignorieren. Doch wo anfangen?
Es ist eigentlich ganz einfach: bei dir.
Bei deinem Herzen.
Bei der Rückbesinnung darauf, dass du okay bist. Dass du Licht bist.
Fangen wir an, uns selbst wieder zu lieben.
Uns – für unser Sein.
Für unsere Beziehungen zu unseren Liebsten und Nächsten.
Aber auch für die Menschen und Geschichten, die wir nicht kennen.
Für die schönen Dinge, die wir tun.
Die Erde wackelt – und das Wallis wurde besonders stark durchgeschüttelt.
Ein lautes STOPP von uns allen.
Und dann der Weg nach innen: ins eigene Herz.
Mit der Frage:
Welchen Wert habe ich?
Welche Liebe gebe ich?
Welche Freude?
Welche Ängste?
Welche Glaubenssätze?
Und dann geht es los.
Lassen wir unsere schweren Koffer zurück und reisen ab jetzt mit leichtem Gepäck. Stell dir vor, du hast immer alles dabei, was du brauchst – in deinem Rucksack.
Mit einem Ferrari oder Porsche ist man vielleicht schneller am Ziel.
Doch da kommt meine Frage:
Welches Ziel?
